Ostsee
*** 1 Monat ***
vom 9. Juli bis 6. August
                2011     Wetterbericht 

 
 
 

 

 

Zürich

Die Vorbereitungen sind schon im gang.....
Das Gebiet lässt navigatorisch keine Wünsche offen. Gespannt bin ich auf die unzähligen Häfen. Nach den Hafenplänen ist unsere Yacht zwar eher an der oberen Grenze mit 14.5m Länge.  Die schmalen Plätze haben  auch oft unter 2m Wassertiefe. Da müssen wir unsere Bavaria vermutlich öfters wo hineinqueschen!!


 

Für die letzten zwei Wochen konnten wir Moni & Chrigi begeistern, den vielleicht etwas speziellen Törn mit uns zu verbringen.   

   
     
Warnemünde
Hohe Düne
8. Juli
Unser Törn an der Ostsee hat endlich begonnen!
In München angekommen, wo wir in ein kleineres Flugzeug nach Rostok umsteigen mussten, "bekam ich ein Brezel-Gesicht". Was heisst klein? Das Flugzeug war nicht viel grösser als unsere Yacht, die in Rostock auf uns wartet und den Namen Felicitas trägt. Endlich um 14:30 landeten wir.    Ein Taxi brachte uns in das 50 Km entfernte Yachthotel Hohe Düne.
Das Gepäck schnell deponiert und gleich weiter ans Fest der Warnemünder Woche.
Wir beide sind echt begeistert von der Gastfreundlichkeit der Ostdeutschen. Wir lernten schon eine menge nette Leute kennen. Überhaupt ist es hier eine ganz spezielle Atmosphäre. Das Leben dreht sich hauptsächlich ums Meer und die Schifffahrt.
Der erste Tag endete mit einem Feuerwerk, Cüpli und den dröhnenden Schiffshörner der auslaufenden Schiffe.
   
 
   
Warnemünde
Hohe Düne
9. Juli
Wir haben diese Nacht in unserem 5*Hotel königlich geschlafen. Übrigens bleibt es am Abend bis gegen 23 Uhr hell. Auch die Morgensonne scheint schon ziemlich früh.
Gabriela schwamm im Hoteleigenem Schwimmbad ein paar Runden, bevor wir uns über das Morgenbuffet her machten und uns noch mal die Bäuche füllten. Man weiss ja nie!!
Geräuchter Lachs, Heringe in unzähligen Varianten, Krabben und überhaupt alles feine aus dem Meer.
Gegen 14:00 Uhr haben wir unsere Felicitas für dir nächsten vier Wochen übernehmen können. Leider hat es im Yachtclub keine Einkaufsmöglichkeiten. Aber wir konnten den Chef von einer Edekafiliale in Warnemünde überreden, uns die Esswaren und Getränke auf's Schiff zu liefern.
                    
   
          
   
Rostock Ost
10. Juli
Für den heutigen Tag hatten wir 2 Varianten. Die Erste war Richtung Rügen, da der Wind optimal wahr. Die Zweite war die Warnow herunter. Das ist die Bucht bis Rostock Stadt. Wir entschlossen uns für Variante 2 da es bis Rügen 70SM ist, ohne die Möglichkeit einen Zwischen-Stopp zu machen. Das ist für den ersten Tag zuviel. Auf unserer ersten Fahrt mussten wir feststellen das die Deutschen schon ein bisschen härter im Nehmen sind als wir Südländer. Luxus wie Bimini-Top (hinteres Dach) oder auch Autopilot kennen die nicht. Das ist nur was für Anfänger. Da müssen wir durch! In Rostock Ost angekommen schauten wir uns die alte Speicher-Stadt an.
     
   
Warnemünde
Hohe Düne
11. Juli

  Fast die ganze Nacht hatte es in strömen durchgeregnet. Nachdem sich das Wetter am Morgen wieder beruhigt hatte, machten wir noch ein paar Besorgungen wie Kleiderbügel, Kissen unw. Morgen wäre unser Ziel Rügen. Da, wie schon erwähnt, es einen langen Törn gibt, würden wir ganz früh los segeln. Dem ist leider nicht so, denn unser Boot hat noch ein par Mängel die wir vorher beheben möchten. Wie das Steuer Quietscht lauter als Omas Schlafzimmertüre. Sehr nervend auf die Dauer. Auch unser Grossegel kann wenn überhaupt nur mit einem höllischen Muskel-Aufwand herausgenommen werden. So werden wir morgen sehen wohin es uns zeitlich noch reicht.
   
Barhöft
12. Juli
Den heutigen Morgen konnten wir nochmals in schönen Heimathafen der Felicitas geniessen. Nach dem Frühstück behoben wir die kleinen Mängel unserer Yacht. Da heute der schönste Tag der Woche sein soll, beschlossen wir richtung Rügen aufzubrechen. Bei Windstille brannte uns die Sonne auf den Rücken! Ohne Wind kein Segel! Mit 7 bis 8 Kn unter Motor fegten wir richtung Barhöft. Felicitas war mit Abstand das schnellste Segelschiff;-)) So waren wir bereits um 18Uhr am Ziel. In Barhöft angekommen kam uns der Hafenmeister entgegen und mit 21€ waren wir dabei!
   
         
   
Stralsund
13. Juli
       
  Schade...
Aber irgend wann musste es ja soweit kommen...          Der Regen
Heute Morgen war es ziemlich windig & regnerisch. Laut Wetterbericht soll es mindestens 2 Tage so bleiben. Da war unser nächstes Ziel schon bestimmt. Stralsund ist eine weitere grosse Speicherstadt, wo die Möglichkeiten einiges grösser sind, etwas zu unternehmen als in Barhöft. Die Fahrt zwischen den Tonnen durch die untiefen Bodden zeigte sich als schwierig. Die Fahrrinne ist maximal 10m breit und die Tonnen liegen relativ weit auseinander. Da verträgt es keine Unachtsamkeit. Prompt bleiben wir im Schlamm stecken. Einer Motoryacht, die uns helfen wollte passierte das selbe. Das Glück stand aber auf unserer Seite. Beide kamen aus eigener Kraft wieder frei. Also in Zukunft heisst es: Noch mehr aufpassen! Der Hafen von Strahlsund war völlig überfüllt. Aber wir hatten nochmals Glück und konnten im Päckchen neben einer Schwedischen Yacht seitlich anbinden. Hoffentlich windet es in der Nacht nicht zu stark, sonst könnte es ziemlich unangenehm werden.
 
   
Stralsund
14. Juli
  Die Nacht wurde ziemlich Windig. Ich stand etliche male auf um zu schauen, ob die Fender noch am richtigen Ort befestigt sind und überhaupt alles in Ordnung ist. Unsere Nachbarn die Schweden, wo wir gestern angelegt haben, verliessen den Hafen früh Morgens, was für uns ein kleines Hafenmanöfer verlangte und das hat wunderbar geklappt! Den Tag verbrachten wir mit Hafenkneipen testen;-) und gute Tipps von anderen Segler einholen für unsere Weiterfahrt.
   
Lauterbach
15. Juli
Der interessante Teil des Tages war Die Ziegelgrabenbrücke in der Durchfahrt von Stralsund. Wir mussten früh losfahren, da die Öffnungszeiten am Morgen um 8:20 Uhr und später um 12:20 Uhr ist. Besser ist auch früh weil unser Schiff immerhin 14m lang ist und Plätze für so grosse Yachten knapp sind. Die Fahrt war sportlich. Erstens weil es starken Wind hatte und auch weil wir die Segler, die vor uns die Brücke passierten alle wieder überholten. Das ist der Vorteil von grossen Schiffen, sie erreichen höhere Geschwindigkeiten. Die Hafenanlage von Lauterbach ist ziemlich gross. Aber die Plätze waren alle reserviert für Charteryachten die am Freitag die Schiffe retour bringen. So mussten wir den Platz wo wir schon drin standen wieder verlassen und das bei 27kn Wind. Prompt hatten wir auch ein kleines Missgeschick. Die Führung einer Klampe hat es abgerissen, da sie schon vorher nicht richtig gehalten hat. Schlussendlich fanden wir noch einen Platz im alten Hafen.
 
Lauterbach
16. Juli
       
  Das Wetter ist heute voll  auf unserer Seite. Als erstes nützten wir die Windflaute und nahmen die Genua herunter und entfernten mit der Schere, die ausgefransten Teile, die es gestern bei Starkwind zerfetzt hatte, so das es nicht weiter aufreissen kann. Nachdem die Genua wieder oben war, gab es erst ein fantastisches Frühstück. Gegen 11Uhr machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof und buchten ein Fahrt mit der Schmalspuhrdampfeisenbahn, dem "rasenden Roland" nach Göhren. Mit 30Km Höchstgeschwindigkeit dampfte und stampfte das Gefährt davon. Am Ostseebad angekommen genossen wir das tolle Wetter, staunten ab den kaltwasserresistenten Deutschen und genossen lieber an einem Stand ein feines Fischbrötchen und natürlich ein kühles Bier!!

Proooost.....

   
Lauterbach
17. Juli
       
 
  Grrrrrr.......
Angesagt währe Sassnitz. Aber als wir am frühen Morgen unsere Augen öffneten oder besser die Ohren spitzten, heulte der Wind wie ein Düsentriebwerk. Die Augen bestätigten dann unser Befürchten. Auf unserem Windmessgerät stand der Zeiger auf 35 kn. Das veranlasste auch unser Nachbar Antonio, der uns ein Tag vorher erklärte: "Ich brauche den Starkwind damit ich zügig nach Stockholm komme" Die Abfahrt auf später zu verschieben. Gegen Mittag normalisierte sich das Wetter. Wir beschlossen aber trotzdem den Törn auf morgen zu verschieben. Den Nachmittag klapperten wir nochmals alle Kneipen in Lauterbach ab, da für neue Entdeckungen die Beizen fehlten.
   
Sassnitz
18. Juli
      
  Die heutige Prognose der Windstärke und Windrichtung war perfekt! So machten wir uns früh Morgens auf den Weg nach Sassnitz. Die 29sm waren richtig schön zum Segeln und sogar die Sonne liess sich von der schönsten Seite zeigen. 4Std. später machten wir an der Moole ins Sassnitz seitlich an. Es ist ein altes Fischerdorf und die Hafenmeile ist ein richtiges Publikumsmagnet. Auf dem Weg zum Hafenmeister musste natürlich wieder ein Heringsbrötchen mit Bier her;-))
   
19. Juli
Hiddensee
Vitte
  Im Hafen von Sassnitz sollten man eigentlich mindestens noch ein Tag verbringen. Das hatten wir auch vor. Doch der Wetterbericht meinte: "Geht solange die Zeit noch reicht". Nach der Langzeitprognose ist heute der schönste Tag.
Danach kommt Starkwind aus Westen auf. Also aus der Richtung von Rostock. Wann genau, da unterscheiden sich die Wettermodelle. Also nehmen wir die weiterreise nach Hiddensee so schnell wie möglich in Angriff. Die Insel Hiddensee ist eine wunderschöne Ferieninsel vor Rügen. So traumhaft schön, dass sie zu viele Touristen hat. Im ersten Hafen hatten wir kein Platz. Die Schiffe türmten sich praktisch übereinander. Im zweiten hatten wir Glück und konnten im 5er Päckli an der Hafenmole festmachen.
   
20. Juli
Warnemünde
Hohe Düne
      
 
     

Auf der Radler-Ferien-Familieninsel Vitte war Abends nicht viel los. Also  schauten wir einen Spielfilm auf dem PC an. Gut ausgeschlafen standen wir dafür am Morgen früher auf um unsere Monsterstrecke in Angriff zu nehmen. Die 54 sm konnten wir problemlos unter Segel bewältigen, da Wind und Wetter voll auf unserer Seite waren. Das einzige was ein bisschen streng war, war 10 Stunden Konzentration als Autopilot. 18:00 legten wir in unserem Heimathafen in Waremünde an.

Wenn das Wetter morgen nicht zu extrem ist reicht es vielleicht noch für einen Minitörn nach Kühlungsborn bevor unserer Autopilotersatz am Sonntag kommt. Zum Nachtessen gingen wir an die Warenmünde-Promenade wo wir  mit dem netten Pärchen  Petra und Ralph einen abgerundeten Abend verbrachten.

   
21. Juli
Warnemünde
Hohe Düne
      
  Wir geniessen den heutigen Tag obwohl es regnet und ziemlich stark windet und stellen uns immer wieder vor, wie es sein würde wenn wir die schnelle Rückkehr in den Heimathafen nicht geplant hätten. Wie es aussieht bleiben wir mindestens die nächsten drei Tage in der fantastischen Hafenanlage. Zumindest ist es uns noch nicht Langweilig. Heute hatten wir grossen Wäschetag. Was sich da so in zwei Wochen dreckige Kleider ansammelte ist enorm.
   
22. Juli
Warnemünde
Hohe Düne
      
 

Regen..... Regen......Regen......
Bis Mittag waren es 40 Liter pro Quadratmeter. Im Radio kam die Meldung, die Kreuzfahrtschiffe können den Hafen von Rostock-Warnemünde nicht anlaufen da es über 10 Windstärken stürmt.

Wir selber sind zwar aufgestanden, konnten das Schiff aber nicht verlassen. Bis jetzt konnten wir weder Aufgang noch Luken öffnen, da das Wasser literweise übers Schiff peitscht. Auch sind nicht alle Luken  dicht, so dass wir bemüht sind, das tropfende Wasser aufzuwischen. Nebenbei bringen wir unsere Felicitas für Moni & Chrigi auf Hochglanz. Danach haben wir Glücklicherweise genügend Spielfilme dabei und machen uns einen Home-Schiff-Kinotag.

   
23. Juli
Warnemünde
Hohe Düne
  Nach zwei Tagen Dauerregen mit Sturm. Bereits 111 L p. Quadratmeter, haben wir heute ein Ruhetag. Aber morgen soll es wieder weiter gehen. Na was soll's..... Zeit die nassen Matratzen zu trocknen. Die Heizung auf Vollgas und unser Schiffchen wird zum Trocknungsraum. Erstaunlich bis am Abend war alles wieder trocken. Dann noch die letzten Reparatürchen und unsere Yacht ist bereit für unseren Zuwachs am Sonntag.
   
24. Juli
Warnemünde
Hohe Düne
      
 
  So wir hoffen der Eintrag Warnemünde Hohe Düne ist heute das letzte mal bis Ferien-Ende. Nach Wetterbericht ist es morgen noch Bewölkt, aber es Stürmt und Regnet nicht mehr. Ab Mittwoch soll sogar die Sonne wieder scheinen. Apropos Wind; die Schirmleichen türmen sich langsam auf den Strassen und in den Verkaufsständen haben sie von Bikinis auf Lapplandmode umgestellt. So jetzt freuen wir uns auf unsere Unterstützung von Moni & Chrigi und endlich wieder einen Törn. 
   
25. Juli
Kühlungsborn
 
 
  
  Angekommen sind wir (Moni & Chrigi) abends spät und bei regnerischem Wetter. Entsprechend herzlich war der Empfang auf dem Schiff durch die "Bewohner" der Felicitas.

Am Montag konnten wir wie geplant in See stechen. Mäge hat jetzt einen Autopiloten an Bord, der bereits erste Segelerfahrungen sammeln konnte. Ein steife Brise lies denoch keine Sommerferiengefühle aufkommen. Nach ersten Manövern gegen den Wind haben wir auch bald wieder die Segel gestrichen und den Motor angeworfen.

Nach ca. 3h sind wird dann im schönen Kühlungsborn angekommen und haben trotz Segel-WM (Jugend) noch einen Liegeplatz ergattert. Mit Renate und Rainer an Bord konnten wir am Abend einen schönen Sonnenuntergang geniessen.

        
26. Juli
Fehmarn
Burgtiefe
   
  Also um einmal alles klar zu stellen am Grüene geht es absolut gut er fühlt sich wohl geniesst die Ferien und die tolle Aussicht;-))

Nach den ersten Abenteuern auf See gewähren wir gerne auch mal einen Einblick in das Innere der Felicitas. Für unliebsame Segler, welche uns den Liegeplatz streitig machen, haben wir sechs Torpedorohre. Auch das Ruderhaus ist mit viel High-Tech ausgestattet. Man beachte auch die engen Bedingungen in der Kombüse auf 1.5 Quadratmetern inkl. Steamer, Induktionsherd, Abwasch-maschine etc. Aber beim heutigen Sommerwetter und spiegelglatter Oberfläche konnten wir zum Glück ein paar sonnige (wiedermal, oh wunder...) Stunden geniessen.

Mit dem Rad'l haben wir noch die Insel erkunden und sind schliesslich in der Karibik gelandet. Mast und Schottbruch an alle Süsswassermatrosen...

 
 
   
27. Juli
Kiel
Düsternbrook
      
  Frühstück at Fehmarn bei Sonnenschein up at Deck;-) Abfahrt 10:00 Richtung Kiel mit viel guter Laune und wenig Rückenwind..

....und da ist Sie die Brücke des Grauens....hat sich so einfach in den Weg gestellt...kommen wir da durch????

20 bis 22 m Höhe je nach Wasserstand. Unser Mast soll 19.5m sein. Kommt die Schiffshöhe noch dazu? houhhhhh wie aufregend... Ist unsere Gesamthöhe wirklich nicht über19.5 m??  Freundliche Segler die uns überholten riefen uns zu "das passt schon" also dann nichts wie los rein ins Getümmel. Mit Schneckentempo ...ufff "hat gepasst"....adventure pure;-))

 

   
28. Juli
Kiel
Düsternbrook
  Heutiges Tagesprogramm in Kiel: Relaxen und shoppen. Mäge hat sich absolut regenfeste Segel-Klamotten gekauft - die beste Garantie, dass es sicher nicht mehr stürmt während unseren Ferien...

Im Heimathafen des dreimasters "Gorch Fock" gab es auch einiges zu sehen. Eine eigentliche Altstadt haben wir zwar nicht gefunden, dafür aber eine originale Kieler Brauerei mit bestem Gerstensaft.

Nach all den Fischbrötchen, Heringen, Matjes, Dorsch und Forellen, Heilbutt, Lachs, Aal etc. freuten wir uns heute zur Abwechslung über die kulinarischen Köstlichkeiten aus der chinesischen Küche (Ente, Frühlingsrolle, gebratener Reis etc.). Sind aber komische Leute, diese einheimischen hier: Vermutlich wegen mangelnden Übungsräumen wir einfach auch offener Strasse geübt und musiziert!

   
29. Juli
Gelting Mole
      
  Der Autopilot (Bild links) war heute den ganzen Tag im harten Dauereinsatz - von Kiel bis an die dänische Grenze unter Segel mit ordentlich Wind - und ist jetzt reif für die Koje. Der Kapitän hat ebenfalls einen strengen Job: Altglas entsorgen, von dem niemand weiss wie es überhaupt leer gemacht wurde. Das muss wohl Hr. Schwyzer gewesen sein, der auf seiner Flagge auch bei 45° Schräglage kein bisschen von seinem Bier verschüttet hat...
   
30. Juli
Marstal
      
 

Heute ging's mit einem mega-coolen Sonnenaufgang los, der vorerst letzt Stop in deutschen Gewässern liegt hinter uns. Das Wetter ist hier vom Feinsten während es in unserem Heimathafen Rostock wiederum in Strööööööömen regnet. Nach ersten Segelmanövern ging der Autopilot fast über Bord und dann hat er den Kahn auch noch auf Grund gesetzt (Bild links). Aber nachdem alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt waren, ging die Felicitas ab wie "geölt": Unter vollem Tuch haben wir selbst die ärgsten Regatta-Freaks stehen lassen wie kleine Schulbuben. Mit bis zu 9 Knoten sind wir übers Wasser und Richtung dänischer Südsee geflogen. Im Hafen von Marstal waren wir allerdings nicht die Ersten: Alle Liegeplätze sind besetzt und wir müssen schon in der dritten Reihe an einer holländischen Yacht festmachen. Marstal hat ein sehr schönes, altes Hafendorf und wir geniessen den Abend bei einem Guiness in einem Irish-Pub mit Livemusik -schubiduuuu....
   
31. Juli
Faborg
      
  Heute Navigierten wir uns durch die sogenannte Dänische-Südsee. Da hoffe ich immer, dass ich bei der Navigation keinen Fehler gemacht habe. Neben der Fahrrinne ist das  Wasser oft nur 0.6m tief. Im wunderschönen Städtchen Faborg angekommen hatten wir wider einmal Glück, einen Platz in der zweiten Reihe zu bekommen. Es sieht so aus, als wären in den Sommerferien alle Dänen mit ihrem Schiffchen unterwegs.
   
1. August
Rudkobing
      
 
1. August - Gruss aus Dänemark an alle daheim ge-    bliebenen! Als echte Heimwehschweizer haben wir - oder besser gesagt Kapitän Mäge morgens um 07:00 MEZ - die Felicitas ordentlich geschmückt. Auch der Umtrunk zur 720jahr-Jubiläumsfeier der "Confederation Helvetica" fiel daher etwas üppiger aus als auch schon...
Unterwegs in den hiesigen Gewässern begegnet man so manchem Ungetüm, ob zu Land (Mühle) oder zu Wasser (Dreimaster). Die heimeligen Dörfchen und malerischen Fischereihäfen laden zum gemütlichen flanieren ein, die Bezeichnung dänische Südsee ist wirklich keine Übertreibung. Auch heute sind wir wieder bei schönstem Wetter unterwegs und dem Regen im Raum Rostock entflohen. Damit Mäge alles ein bisschen besser sieht, hat er sich zum erstem Mal seit Menschengedenken eine Sonnenbrille gekauft und diese auch den ganzen Tag auf der Nase getragen. Nur mit dem Gläserputzen happert's noch ein wenig...
   
2. August
Karrebäksminde
  Ein letzter Tag in der traumhaft schönen (dänischen) Südsee: Wir sind am Vormittag im Nebel losgefahren, welcher aber schon vor 12.00 Uhr einem strahlend blauen Himmel platz gemacht hat. Das Wasser spiegelglatt und mit fast 8 Knoten sind wir übers Wasser gerauscht - allerdings mit Motor, da das laue Lüftchen kaum eine Kerze ausgeblasen hätte. Aber für etwas hat man ja auch den "Muskel" unter Deck. Die Ölscheiche freuen sich sicher über das Konsumverhalten unseres 4 Zylinder -Dieselmotors, welcher heute so manches Motorboot alt aussehen liess höhöhö... Aber auch hier wieder: Einfach knufflig, diese dänischen Fischerei- und Yachhäfen, ich glaube die Bilder sprechen für sich!
   
3. August
Stubbekobing
      
  Also, dass es mal gesagt ist: Heute gibt's nicht viel zu sagen! Mäge am Steuer und die Crew in einer Hafenkneipe. Oder gibt's doch noch was zu sagen hmmm?

Jawohl, es gibt noch was: Wir sind nun leider definitiv auf dem Rückweg und unaufhaltsam unterwegs wieder in Richtung Rostock. Noch max. ein Zwischenstopp ist möglich, die Entscheidung dazu ist bis Redaktionsschluss aber noch nicht gefallen. Und noch was positives zum Schluss - Der allmorgendliche Drill an Wintsch, Tau und Segel unter Feldweibel Rüegg zeigt endlich Wirkung! Wir haben trotz Strumböen und starker Strömung ein Anlegemanöver wie aus dem Bilderbuch hingelegt...

   
Warnemünde
Hohe Düne
4. August
       
  Happy Birthday Gabriela! Das Geburtstagsfrühstück war standesgemäss ein "dänischem Plunder" (nur damit keine falschen Gerüchte entstehen: Das ist ein Süssgebäck - lecker!).

Der heutige Tag steht natürlich unter einem besonders guten Vorzeichen... Angefangen hat allerdings nicht alles ganz so gut: Wir sind in einem dänischen "Schlafdorf" gelandet, ausser 2 Billardbars gab's herzlich wenig für's Gemüt. Dafür war die Überfahrt ein wahrer Leckerbissen für die Segler-Crew:  50 Seemeilen direkt bis nach Warnemünde und alles unter "vollem Tuch" und ohne Motor - ein Bonustag sozusagen, den wir mit vollen Zügen genossen haben. Und wie sich einmal mehr bewahrheitet hat, ist unsere Felicitas mit ihren 46 Fuss eine wahre Rennyacht. Mit bis zu 10 (zehn!) Knoten sind wir übers Wasser geflogen und haben nur knapp die Hälfte der eingerechneten 10-12 Stunden benötigt. Dafür bei doppelter Schräglage versteht sich - siehe Bild, grins. Zu guter letzt hat der Autopilot unser schwimmendes Chalet auch noch ohne Schaden einparkiert wie ein alter Seebär. Morgen ist schon Bootsabgabe... Sniff, grummel, gmpf - Ferien vorbei!

   
Warnemünde
Hohe Düne
5. August

   
  Auch ein 4 Wochen Segeltörn geht mal zu Ende. Wir haben viele spezielle und neue Orte kennengelernt. Das Wetter hat zwar noch verbesserungspotenzial, zumal die Einheimischen behaupten das es seit 10 Jahren nicht mehr so schlecht war. Wir finden das es sehr viele sonnige Tage gab und am Regen konnten wir meistens ausweichen. Im Ganzen  war`s ein Suppermegatörn und sicher nicht der letzte in der Ostee.

Und wie immer nach dem Törn ist vor dem Törn....

  Maege Gabriela Moni Chrigi