Neapel vom 1. bis 8. Oktober 2005

Zürich
24. Sept. 2005
     
  Diesmal ein Törn besonderer Art, das heisst alles sehr beschäftigte Herren, die sich halt leider nur eine Woche Zeit nehmen können. Dafür soll alles vom Feinsten sein. Das grösste Schiff, das wir kriegten, vermutlich die schönsten Häfen usw.
Aber nicht nur der Törn, sondern auch schon beim fast traditionellen Käptens-Dinner hat sich Gabriela selber übertroffen. Es würde zu lange dauern alles aufzuzählen, was sie alles gezaubert hat. Aber es war unvorstellbar gut.
Wie man sieht, macht es wusch und schon sind wir auf uns selbst gestellt (sozusagen)....    also los geht's!!
 
Neapel (ääh.. Mailand)
1. Okt. 2005

Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön ......           
Aber eigentlich sollten wir ja bald schon auf dem Schiff sein und die neapolitanische Sonne und den italienischen Wein geniessen können.
Daher nun von vorne.  Tagwache für alle ca. um 4:00, extrem früh, ausser Urs, der steht sowieso immer früh auf. Nachdem alle am Flughafen eingetroffen waren und wir das Flugzeug gekapert hatten, die erste Durchsage vom Piloten: 3/4 Std. Verspätung!!!!!!! Oje da hätten wir ja einiges länger schlafen können.......
Nach einer Weile in der Luft rätselten Knieli und ich (Urs) warum wir den Luganersee und Ascona so nahe sehen. Die zweite interessante Durchsage gab uns die Antwort: Notlandung in Milano!!!!! Der Flieger sei noch flugfähig, aber wir müssten runter. Mist..., ging uns durch den Kopf! Aber wenigstens kontrolliert und nicht unkontrolliert runter. Nach einer Odyssee durch BEIDE Mailänder Flughäfen fanden wir nach einigem Suchen ein ruhiges Plätzchen in einem Self-Service Restaurant im Flughafen Linate. Nachdem wir verschiedene Konsumationen getätigt hatten und das volle Programm in unseren Mägen gelandet war und wir doch wenigstens einen italienischen Wein kosten konnten, mutierte das Self-Service Beizli plötzlich zum Restaurant mit toller Bedienung. Nun hängen wir in unseren Plastikstühlen und harren der Dinge die da auf uns zukommen werden. Wir haben nun noch 3 Stunden "totzuschlagen", die wir bei angeregter Unterhaltung verbringen.  So ALITALIA und Gott wollen (man beachte die Reihenfolge) werden wir so gegen 18:30 in Neapel landen.
Tatsächlich landeten wir dann um 18:00 bei schönem Wetter wohlbehalten in Neapel.
 


Capri
2. Okt. 2005
      
  
  Nach kurzem Zweikampf zweier Taxifahrer um unsere Gunst, erlebten wir eine atemberaubend rasante Taxifahrt zum Hafen und übernahmen unsere Lisella. 16 Meter Abenteuer lagen da vor uns im Wasser. Für jeden eine eigene Firstclass Kajüte mit eigenem Bad. Super!!!!
Danach testeten wir den Essenstipp von unserem Taxifahrer, der sich als wirklicher Geheimtipp entpuppte. Bald darauf klappten wir halb bewusstlos in unser Doppelbett.
Am Morgen weckte uns die gleissende Sonne, die uns durch die Deckenluke geradeaus ins Gesicht schien. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir klar Schiff und und steuerten (endlich) aufs offene Meer hinaus. Auf dem Meer draussen instruierte uns Mäge in den verschiedenen Manövern und wir übten die diversen Knoten. Es machte einen Riesenspass bei diesem tollen Wetter draussen auf dem Meer zu sein. Wir umrundeten die Insel Capri und steuerten nach einem Zvierihalt neben diesen imposanten Felsen den Hafen Capri an. Nach einem fast perfekten Landemanöver im Hafen von Capri bestätigte sich die Aussage des Hafenführers, betreffend der exorbitanten Hafentaxen. Somit waren wir dann nicht allzu überrascht, über die 150 Euro(!!) die der Hafenmeister verlangte. Hochsaison, meinte er trocken! Mal ehrlich, ausser Mäge wusste sowieso niemand von uns, wie hoch die Hafenpreise normalerweise sind.
 

Salerno
3. Okt. 2005

      
   
  Am Abend in Capri gingen wir in ein feines Ristorante direkt am Hafen was essen. Das Gekochte war hervorragend, im Speziellen die Meeresfrüchte mit der al dente gekochten Pasta. Die folgende Nacht war regnerisch bis stürmisch, da uns die vorausgesagte Schlecht-wetterfront voll traf. Trotz dem wirklich miesen Wetter haben wir uns entschlossen Capri zu verlassen in Richtung Amalfi. Dies aber erst nach Rücksprache mit anderen Seglern, ob diese auch auslaufen würden. Auf dem Weg nach Amalfi erklärt der Skipper den Neulingen, wie so ein Segelschiff zu steuern ist und es werden einige Wenden geprobt, die auch mehr oder weniger gut funktionieren. In Amalfi hatte uns eine andere Jacht den letzten Ankerplatz "geklaut" und wir waren gezwungen weiter nach Salerno zu fahren (ca. 1.5 Std.) Im Hafen von Salerno begann "der grosse Regen" und zwar genau dann, als wir unsere "Lisella" im Hafen anbinden wollten.

 

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Sorrento
4. Okt. 2005

      
 
  Leider auch heute wieder ein Erwachen  im Regen. Eigentlich wollten wir um 10:00 bereits unterwegs sein, aber wir waren heute ein wenig später dran. Doch plötzlich kam Hektik auf, das Gerücht ging durch die Kajüte, unser Liegeplatz würde für eine 30 Meterjacht gebraucht und nachdem Gerüchte doch immer ein wenig Wahrheit in sich tragen, machten wir klar Schiff und verliessen den Hafen halbwach und ohne Frühstück. Der Kurs ging zurück Richtung Capri und dann nordöstlich Richtung Sorrento. Wieder im Golf von Neapel riss die Wolkendecke plötzlich auf und eine frische Brise zupfte an unseren Segeln. Das Alinghi-Fieber erfasste uns und wir setzten alle Segel, gingen hartmöglichst an den Wind und segelten so einige Seemeilen, bis jemand die Idee hatte, Fotos im vollen Wind vom Schiff auf die Page zu bringen. Knieli (für Nichteingeweihte: Hansruedi) stellte sich als Fotograf zu Verfügung und so verfrachteten wir ihn in das halb mit Luft gefüllte Dingi. Nachdem der Motor nicht anzukriegen war, warfen wir ihm noch zwei Ruder ins Boot und schubsten ihn ins offene Meer hinaus!!! Mutig; mutig Knieli.  Wir segelten einige Male knapp am Fotografen vorbei und er schoss unter widrigsten Umständen super Fotos. (Siehe oben). Bis wir ihn wild fuchtelnd in Dingi sitzen sahen. Wir meinten schon, dass nun alle Luft draussen sei, aber als wir näher kamen, stellte sich heraus, dass er nur beide Ruder verloren hatte und somit völlig manövrierunfähig geworden war. Wir nahmen Knieli und das Boot wieder an Bord und auch die Ruder die wir so quasi als Mannüberbord-Übung wieder gesucht und gefunden hatten. Nach dem Anlaufen des zweiten Hafens fanden wir nahe Sorrento einen Hafenplatz. Der Tankwart bot uns, gegen entsprechendes Entgelt seine Tankstelle als Übernachtungsplatz an und band uns das Boot mit Hilfe aller seiner Freunde auch gleich an die Mole, sehr zur "Freude" von Mäge. Jetzt hatten wir den Bootsplatz, aber nichts im Magen und alle Beizen verbargen sich hinter einer 300 Meter hohen Felswand die sich unmittelbar hinter dem idyllischen Hafen aufrichtete. Die Taxi Tel. Nr. die Guido vom Tankwart erhielt entpuppte sich als Fake und so fragten wir den erstbesten der uns begegnete nach Taxis. Siehe da, es gibt noch supernetteliebe Menschen auf diesem Planeten. Der Gefragte schloss sein Geschäft und sagte ER bringe uns zum Restaurant. Gesagt getan und so landeten wir in einem super Resti und genossen einen vorzügliche Znacht.
 
Casamicciola
5. Okt. 2005
       
 
        
  Heute morgen haben wir bei bewölktem Wetter den Hafen Piano Sorrento verlassen in Richtung Westen, das heisst unser neues Tagesziel war Ischia. Nach einem ausgedehnten "On-the-Move" Frühstück konnten wir schon bald den Motor abstellen und die Segel hissen. Der aufgekommene Wind passte sehr gut zu dem von uns gewählten Kurs. Dies ermöglichte uns auch, ab und zu ein Getränk zu sich zu nehmen und die Segelkenntnisse der drei Segel-Rookies zu vertiefen. Am Abend erreichten wir den komfortablen Hafen von Casamicciola, einem wirklich malerischen Städtchen auf Ischia mit einer super-schönen Promenade direkt am Meer. Die ganze Crew ist etwas müde und freut sich auf ein gutes Nachtessen in einem der nicht sehr zahlreichen Restaurants.
 
Ischia
6. Okt. 2005
      
 
  Auf vielfachen Wunsch in unserem Gästebuch haben wir uns einen "Ruck" gegeben und  es endlich geschafft!...Unsere Kajüten und den Salon  aufzuräumen um sie topp fotogen herzurichten. Wie gefällt sie (die Kajüte)  euch? Schaut doch ganz wohnlich aus oder? Uns jedenfalls hat es bestens gepasst und werden diese Räume schon bald vermissen. Die Küche haben wir, ausser für Kaffe kochen und Flaschen kühlen, geschont. Wir haben uns bevorzugt in Lokalitäten wie im obigen Bild (mit dem hellen Sonnenstoren) verpflegt. Das italienische Essen, den Wein und den Grappa  haben uns natürlich jeden Tag aufs Neue wieder bestens gemundet und hat natürlich auch zum guten Gelingen von unserem Turn beigetragen. Heute haben wir Ischia und Procida umsegelt und liegen nun im Hafen von Ischia. Jetzt sitzen wir im Heck unserer Lucilla, genehmigen uns einen Schlaftrunk, besprechen unseren morgigen letzten Turn zurück nach Neapel und wünschen uns natürlich noch super schönes Wetter für diese Fahrt.

 
Neapel
7. Okt. 2005

 

 

 

 

 


                              Die Route unseres Segeltörns

Die ganze Crew verabschiedet sich in Neapel von Lisella - unserem Segelschiff - und sagt allen Webbesuchern Danke für das rege Interesse und den tollen Feedback an unseren Aufzeichnungen.