Herrentörn in der Aegaeis 2008 vom 4. bis 11.Oktober

4. Oktober 2008      
   
  Kloten 4. Oktober 2008

Beinahe auf den  Tag genau 3 Jahre nach unserem ersten Törn im Golf von Neapel treffen wir uns zum zweiten Törn. Wir, das sind Guido, Hansruedi genannt Knieli, Mäge der Skipper und Urs.
So trifft nun jeder, mehr oder weniger ausgeschlafen um 5:15 im Check-In 3, das gibts tatsächlich im Flughafen Kloten, ein.
Der Flug war perfekt und so landeten wir pünktlich um 11:00 in Kos.
Nachdem wir dann im Marina-Cafe den ersten Kontakt mir dem Greek-Food hatten. konnten wir um 15:00 das Boot Atlas II übernehmen.
Alles wurde von uns, Guido ist Buchhalter-Controller, geprüft und abgehakt.  Hektisches Treiben war auf dem Steg zu beobachten, denn auch viele andere Schiffe rechts und links von uns wurden in Beschlag genommen. Dann einpuffen und Verpflegung einkaufen. Man glaubt gar nicht was in einem solchen Boot neben der Besatzung alles noch seinen Platz findet. Nicht bei uns, wir begnügten uns mit etwas fürs Frühstück, 18 Flaschen Wasser, einigen Bier-Büchsen und Weinflaschen. Das war es.

  Dann, am frühen Abend gings auf die Suche nach etwas Essbarem. Man war sehr skeptisch gegenüber der Griechischen Küche.
Aber wie man unschwer auf dem Bild erkennt, wir haben ein hübsches Plätzchen gefunden, das Essen war korrekt und wurde teils sogar noch bejubelt. Nach einem Schlumbi im Hafenquartier nahmen wir den Rückmarsch  Richtung Marina und Atlas II wieder unter die nun doch schon etwas wackeligen Füsse. Dort angekommen, bot uns unser Skipper noch zu einem Drink auf und so überprüften wir unsere diversen Flaschen noch auf Inhalt und Verderblichkeit.
Und wie stehts in allen schönen Geschichten?  "Müde aber glücklich gingen sie zu Bett und freuten sich auf den nächsten Tag!" 
 
   
5. Oktober 2008      
   
    Nein....das darf doch nicht wahr sein! Denke ich (Urs) als ich um 7:45 meinen Kopf aus dem Boot streckte. Der Unterschied zu Neapel (unser letzter Törn) bestand nun einzig darin, dass sich der Himmel hier in Kos  schon am ersten Tag grau und wolkenverhangen zeigt und nicht erst am Zweiten wie in Neapel.
Nach einem feinen selbstgemachten Frühstück wurden wir langsam nervös.
Wir wollten nun los! Maege teilte uns unsere Aufgaben zu und ging mit uns nochmals alle Manöver durch.
Um 11:45 dann der Start. Gekonnt manövrierte Mäge das Schiff aus dem Hafen und schon hiess es Segel setzen. Das absolute Alinghi-Gefühl erfasst uns und wir segeln mitten ins Gewitter hinein. Regen, Blitze, das Boot in Schräglage bis zur Reeling im Wasser und die Gischt im Gesicht. Der Segler kennt es und für die Anderen:: Ein Gefühl wie Achterbahn und Wildemaus zusammen im Schüttelbecher und du mitten drin! Super!
Bei dieser Gelegenheit einen lieben Gruss an unsere Familien daheim.
  Nach einer Stunde klart es auf. Der Himmel wird blau und sonnig und der Wind läuft zu Top-Hochform auf. Nun wachsen auch die Wellen auf so ca. 2-3 Meter Höhe an. Aber Guido am Steuerruder meistert jedes Wellental optimal. Alles bleibt an Bord und so kommen wir gegen 17:00 in Kalymnos an. Wir fanden dann auch einen Platz an der Mole. Mussten allerdings zuerst noch ein abgesoffenes Bötli wegziehen, das vor unserem angesteuerten Liegeplatz noch knapp aus dem Wasser ragte. Nach einer kurzen Dusch- und Apéropause machten wir uns auf den Weg ins Dörfchen. Mäge und Knieli erledigten noch das Administrative auf der Hafenwache. Und auch da lohnt ein kurzer Vergleich: Hafengebühr in Capri It. Euro 150.-/Nacht, im Gegensatz zu Kalymnos mit 1,19 .Euro! Ja,ja das Komma steht am richtigen Ort, richtig gelesen.
Wir wählten unter den vielen Beizchen am Hafen eine kleine Pizzeria. Guido meinte nach dem Essen, na ja war wirklich nicht schlecht und diese Aussage heisst ja was. Und nun das letzte mal über Geld gesprochen, 40.- Euro für 4 Personen ist ja auch nicht allzu teuer. Budgetmässig könnten wir also noch das ganze Jahr bleiben. Hundemüde trotteten wir zurück zum Schiff und genehmigten uns auf dem Schiffsheck noch einen (hat da jemand EINEN gesagt?) Schlummerbecher. Gueti Nacht zäme! Und morn en guete Start i di nöi Wuche!
   
6. Oktober 2008      
   
  Rechts und links unseres Bootes spürte ich, noch in der Koje liegend, Bewegung. Tatsächlich, als ich dann meinen Kopf um 7:40 aus der Luke streckte, sah ich unsere Nachbarn bereits die Taue lösen. Ein Blick zum Himmel; perfekt, die Sonne scheint als wäre es nie anders gewesen und verspricht uns einen super Segeltag. Nach unserem wiederum selbstgebastelten Frühstück hiess es - Anker lichten. Für dieses Manöver am Bug ist Knieli zuständig. Perfekt gemeistert - und es geht mit Guido am Steuer los. Er kurvt aus dem Hafen als ginge es darum den Cup schon vor dem Start zu gewinnen.
Unser Ziel für heute war die Insel Leros und da die Marina in Lakki. Wir hatten die Info, dass da in der Marina Duschen, Wasser und Strom zur Verfügung stehen. Die vegetationsarme Insel Kalymnos begleitete uns noch lange auf Steuerbord. Uns stehen 25 Seemeilen bevor. Wir segeln in nordwestlicher Richtung und Wind und Wetter meinen es göttlich mit uns. Irgend ein griechischer Gott, (vielleicht auch eine Göttin) scheint seine Freude an uns zu haben. Denn wir brachten die ganze Strecke mit EINER einzigen Wende hinter uns.
  Irgendwann servierte uns Mäge Thon-Brötli mit Mayo, gleiches Thema, göttlich. An dieser Stelle sei es nochmals verdankt.
Eigentlich ist es uns nach dem gestrigen Tag mit diesem Wetter eher etwas langweilig. Aber die Stimmung ist trotzdem wirklich super und  wir haben es echt gut zusammen. Wir sprechen über Gott und die Welt und andere weltliche Dinge die uns wichtig erscheinen. Jeder hat seine Meinung, alle bringen die ein, keiner hört dem anderen zu und am Schluss macht jeder was er will.
Mäge ist an Bord der Boss. Jeder macht was er am besten kann oder was ihm wichtig erscheint, z.B. Guido will perfekt gewaschenes Geschirr. Quizfrage wer macht den Abwasch? Lösung bitte aufs Gästebuch. Knieli ist zum Lieblingsmatrosen von Mäge mutiert und kümmert sich um Wintschen, Anker und Mooringleinen. Komme später darauf zurück. Und Urs hat das Thema mit dem Ankertrunk nach dem Anlegen im Griff.
So sind wir gut vor Leros geankert. Ein wirklich schönes, idyllisches Dörfchen erwartete uns. Und auf dem Meldebüro der Marina treffen wir auf eine "Irisdusche", das ist das Gegenteil eines "Iris-Stress-Faktors". Die griechischen BeamtenInnen scheinen netter als Mäge es in Erinnerung hatte. Er erklärte nämlich,  Kos und Umgebung per sofort zu seinem ultimativen Lieblingssegel-Revier.
Langsam machte sich ein kleines Gefühl bei uns bemerkbar: Hunger! Glücklicherweise hatten wir von unserer "Iris-Dusche" zwei Restaurant-Adressen erhalten. Wir wählten die Nähere und machten uns auf den Weg. Ohne grosses Suchen fanden wir das Restaurant. Hübsch, etwas abseits mit nettem Garten. Wir bestellten....jeder das Beste der Karte...und waren mehr als zufrieden.
   
7. Oktober 2008      
   
       
  Nachdem wir gestern Abend eigentlich allzu früh in die Koje krochen, erwachten wir doch wieder zu vernünftiger Zeit. Ich sprang in meine Joggingschuhe rannte eine Stunde dem Meer entlang der aufsteigenden Sonne entgegen und den Pinienduft in der Nase.
Das Cafe Escape lag keine 30 Schritte vom Schiff entfernt. Und so nahm ich, wieder zurück beim Schiff, mit Mäge einen ersten Cappuccino. Auch Guido und Knieli fanden den Weg zum Cafe.... das Frühstück kann warten. Ein solches Plätzchen muss genossen werden. Das Thema Wetter ist schnell besprochen und wird langsam langweilig. Ein messerscharfer Strich trennt den tiefblauen Himmel vom türkisblauen Meer! So besprechen wir die Route. Es geht Richtung Insel Lipsos und wir hoffen, dass noch etwas mehr Wind aufkommt.
Gegen Mittag legen wir ab und nehmen Kurs auf die eben genannte Insel. Etwa die Hälfte der 20 SM können wir unter Segel hinter uns bringen, den Rest müssen wir leider motoren. Beim Ansteuern der Bucht musste vorsichtig ein Riff  und vor dem Hafen diverse Untiefen umschifft werden. Mittlerweilen sind diese Manöver aber "Nasenwasser" für unseren "Capitano" Guido, der uns sicher und auf dem kürzesten Weg nach Lipsos brachte.
Nach dem ebenfalls geglückten, durch Knieli ausgeführten Ankermanöver und dem (relativ unwichtigen) durch Mäge ausgeführten Anlegemanöver bei Niedrigwasser zelebrierten wir unseren Ankertrunk. Warum eigentlich ankern wir nur einmal am Tag? Stelle ich mir die Frage. Und Knieli meinte zum Thema Anlegen: "1000 mal lieber Ankern als mit Mooringsleine anlegen!" Warum? Eben zurück zur Mooringsleine. Das ist etwa das schlimmste, schleimigste, grusigste mit scharfen Muscheln besetzte Ding das man am Meer auf einem Segeltörn anfassen kann, oder eben anfassen muss. Die Leine liegt am Hafenplatz im Meer. Sie ersetzt den Anker und muss aus dem Wasser gefischt übers ganze Boot zum Bug geführt und dann an der Bugklampe festgezurrt werden. Und eben diese Aufgabe fällt jeweils Knieli zu. Hiermit sei Dein Einsatz verdankt, lieber Knieli.
Plötzlich kam die Idee auf, dass das Dingi Tender to Atlas II, getestet werden sollte. Okay ,wie man auf dem Foto sieht, haben wir das dann auch getan. Wir mussten dann allerdings mitten auf dem Fjord alle unsere motorentechnischen Kenntnisse (aus der Töffli-Zeit) einsetzen, um wieder ohne Einsatz unserer Muskelkraft zurück zum Schiff zu kommen. Aber wir fanden einen hübschen Badeplatz und Knieli und ich , gingen nachdem das Dingi wieder auf dem Bug festgezurrt war, mit Badehose und Badetuch bewaffnet an eben dieses Strändchen und genehmigten uns ein Bad.  Auf dem Rückweg reservierten wir unser Tischchen fürs Essen mit Frontsicht aufs Meer. Und dealten mit der Hotelchefin gleichzeitig ein Zimmer zum Duschen aus. Man hat einfach mehr Bewegungsfreiheit als im Privatbad auf dem Boot.
Etwas Spezielles sei noch erwähnt. Zum einen hat das Dorf geschätzt ca. 50 Häuser, in denen sich, vom Schiff aus gezählt, 10-15  Restaurants befinden. Zum anderen befinden sich in Lipsi 20 -25 Kapellen für 750 Einwohner. Jede Familie hat hier ihre eigene Kappelle.  
   
8. Oktober 2008      
   
        Kalimera!...Guten Morgen. So begrüssen sich die Griechen am Morgen. Und ich unseren Mäge, der bereits am Routen-Planen war als ich um 8:00 meinen Kopf aus der Koje streckte.
Heute soll es weiter nördlich Richtung Nisos (für Insel) Leros gehen. Nun hiess es diesen idyllischen Ort verlassen, eigentlich schade, es hat uns allen sehr, sehr gut gefallen. Beim gestrigen feinen Fischessen haben wir auch den ehemaligen Bürgermeister und graue Eminenz des Ortes kennen gelernt.
Einmal mehr, bei traumhaftem, Bilderbuch-Postkartenwetter machten wir die Leinen los. Apropos Postkarten...sind alle schon angekommen bei unseren Lieben? Nein...dann bitte bemerkbar machen in unserem Gästebuch.
Unter eher wenig Wind segelten wir unserem Zwischenziel, Nisos-Arki, entgegen und erreichten diesen wunderschönen Platz um den Mittag. Eine Bucht, wir völlig alleine da, kein Ton zu hören, kristallklares türkisblaues Wasser, eine schöne Sicht auf andere Inseln und die inseltypische karge Landschaft.  Was will man(n) mehr? Grund genug, mit einem Kopfsprung ins Wasser zu tauchen so wie Zeus uns geschaffen hat. Super! Danach verfütterten wir unser altes Brot den ums Boot schwimmenden Fischen.
Der einzige Wermutstropfen - wir hatten hier den nördlichsten Punkt vom Törn erreicht und jede kommende Seemeile wird uns unserem Ausgangspunkt wieder näher bringen.
Nachdem wir Mäges Thonbrötli und einen Weissen genossen hatten, ging's weiter Richtung Nisos Leros, unserm Zielhafen für die kommende Nacht.
In Nisos Leros angekommen, erwartete uns ein neues Anlegemanöver. Nämlich seitlich. So dass bei Knieli mit Moorings und - Ankerleinen keine Langeweile aufkam. Auch diese neue Prüfung meisterten wir bravourös. Kurz darauf um 17:00 war auch prompt das dumpfe Blop des Korkens zu hören. Ankertrunk, alles perfekt.
Mit den Gläsern in den Händen gab uns Mäge dann noch eine Lektion in Knoten binden.
Der Hunger macht sich langsam bemerkbar. Bald heisst es, nun natürlich frisch an Bord geduscht, Restaurant suchen. Die Auswahl ist vorhanden, wir sehen allein von unserem Boot aus bereits 8 Tavernen.
   
 
  Wir sagen...Kalinichta!
...Gute Nacht auf Griechisch und legen uns in unsere Doppelkajüten.
 

  

9. Oktober 2008      
   
  Eine neuer Tag...Kalimera! Mit klarem Kopf, aber wenig Schlaf, sprang ich um 7:45 in meine Jogging-Schuhe.  Wenig Schlaf, weil es die ganze Nacht extrem gestürmt hatte und das Schiff sehr unruhig in den Tauen lag. Heute ist der Himmel etwas bewölkt, aber wie auch immer. Es isch wies isch und es chunt scho guet, s'Wätter (alles Anderi au!!!)
Zurück vom Joggen. mit einem Sack Brot in der Hand, treffe ich bereits Mäge und Guido, die an Deck bereits gemütlich ihren ersten Kaffee schlürfen. Da ich jeden Tag fürs Frühstück verantwortlich war, noch ein paar Sätze zu den Bäckereien in der Ägäis. Alle gleich anzutreffen. Im hinteren Teil ein Ofen mit einigen Ofentüren. Im vorderen Teil, dem Verkaufsraum, mindestens fünfzig Tablare für Brot. Vier bis fünf dieser Tablare sind mit Brot belegt. Zur Auswahl stehen zwei Brottypen und um die diversen Tablare zu besetzen, bieten sie diese Brote einfach in verschiedenen Längen an.  Mit etwas Glück erfasst das Auge noch EIN Cake und einige Säcke irgendwelcher Guetzli. Das war's Bakery in Greece!
Plötzlich, so gegen gegen zehn Uhr, tauchte aus dem Nichts ein Hafenpolizist auf, der uns ganz nett darauf aufmerksam machte, dass in den nächsten fünfzehn Minuten hier, an unserm Liegeplatz eine Fähre landen werde. Ups... o.K. Ablegemanöver starten. Alles klar, alle Schotten dicht und ab geht's! Zu diesem wie wir uns erinnern, SEITLICHEN Ablegemanöver hatte Knieli keinen zwingenden Einsatz.
Und plötzlich...es war so ruhig an Bord, tauchte die Frage auf: WO IST KNIELI? Knieli hallo, hallo...keine Antwort und auch seine Koje und Dusche war leer. Es wurde uns mit einem Schlag  klar und gewiss: Wir hatten ihn an Land gelassen.
Wir sahen ihn dann auch nach einer Weile an der Hafenmole spazieren. Er hatte noch gar nichts bemerkt. Und bis er bemerkte, dass er ohne nichts allein auf einer griechischen Insel ohne seinen Lieblings Food vergessen wurde, waren wir schon an den Steg
  gesegelt und "pickten ihn up". Die Atlas II Welt war wieder o.k.
Nun ging's los Richtung Kalymnos, in eine kleine Bucht mit wenig Plätzen, was bedeutet, nicht das letzte Schiff sein, das einen Anlegeplatz sucht. Wir segelten und motorten also Richtung Süden. Immer hielten wir Ausschau, wieviele Boote auch Kurs auf unser anvisiertes Ziel hätten. Denn die Plätze sind dort sehr beschränkt.
Zwischendurch hatten wir wirklich extrem Zug auf unserer Takelage!  Und so kamen wir in Fahrt und drehten vor dem Ziel noch eine Zusatzrunde. Bald aber merkten wir, dass zwei Boote unseren Kurs hielten!!! Hilfe...Anlegeplatz! Nun kam Action in unsere Reihen.
Mäge übernahm das Ruder. Wir übernahmen seine Anweisungen und ab ging die Post. Unter Vollsegel ging's Richtung "Taverne" Anlegeplatz. Ein für uns spannendes Race begann. Wir überholten den unter Motor fahrenden ersten "Konkurrenten". Es zischte und zurrte, wieder war die Reeling unter Wasser ...echt geil!. (Sorry für das Wort.) Kurz vor der Einfahrt in die Bucht  der Befehl von Mäge: Genua runter! Mit einem Knall holten wir die Genua runter, Alinghi mässig an der Winsch gekurbelt bis die Genua satt aufgerollt ist! Motor an und weiterfahren, alle Fender setzten und cool an den Steg gleiten.
Lockeres Ankermanöver ausführen und sodann den Ankertrunk bereitstellen. Alles klar....prosit!
Nun sind auch unsere Kontrahenten eingetroffen. Einer fand einen  Platz irgendwo links von uns. Dem anderen Boot, vier ältere gesetzte deutsche Herren darauf boten wir unsere Breitseite an, um anzubinden. Wir halfen beiden Booten generös beim anbinden.
Das war ein guter Zug von uns, denn  wie Ihr auf dem Foto sehen könnt wurden wir von Damen des Bootes herzlich empfangen und zu Drinks eingeladen. 
Mittlerweilen ist es dunkle Nacht, im eigentlichen Sinn gemeint, und wir müssen uns langsam um unsere knurrenden Mägen kümmern. Heute scheint das Essen wirklich ziemlich real Greek zu werden! Die Auswahl beschränkt sich auf  3 Tavernen in der Bucht. Dafür ist es wirklich einmal mehr traumhaft. Nur die 7-8 Boote, einige Häuser, die Felsen das Meer und wir!
Kalinichta....!
   
10. Oktober 2008      
  Was soll man sagen...wie beginnt man den Text am letzten Tag?
Nehmen wir das Wetter, ist ja immer ein grosses Thema, wenn sich der ganze Tag im Freien abspielt. Ein Super-Segel-Wetter strahlte und windete mir entgegen, als ich mit Joggingschuhen an den Füssen aus dem Boot blinzelte.
Noch seien ein paar Sätze zum gestrigen Abend vermerkt. Wir mussten nicht auf die Suche gehen und nur die Entscheidung treffen Ja oder Nein. Wir entschieden für Ja, denn die Frauen vom Nebenschiff wollten unbedingt, dass wir mit ihnen zum Essen mitgehen würden und hatten bereits auch für uns Plätze reserviert. Nicht schlecht, oder? Wir hatten es total lustig und die Metaxagläser wurden immer grösser. Wie aus heiterem Himmel schall plötzlich fetzige Musik vom Katamaran der Aussies herunter durch die Bucht. Das war der Startschuss zur Molenparty. Diverse Leute tanzten bis in den späten Abend hinein...!
Nach dem zmörgele machten wir uns bereit zum Ankerheben. Alle Taue los und ab geht es. Knieli an der dröhnenden Ankerwinde, die quietschend den Anker einzog. Dann ein Knall, dem ein lautes Gerassel folgte. Die Kette ist aus der Führung gesprungen und die ganze Kette und Anker rollten sich wieder ab, zurück ins Meer. Manöver ein zweites mal starten, was dann auch problemlos über die Bühne oder besser, den Bug ging.
Den Kurs konnten wir heute ja nicht ganz freiwillig wählen. Wir mussten ganz einfach Kos ansteuern. Der Wind bläst stark aber aus perfekter Richtung. Alle sind etwas ruhig, schauen auf die hohen mit Schaumkronen gekrönten Wellen und geniessen (weil es das letzte Mal ist) die Wasser-Spritzer die uns ins Gesicht spritzen.
Gegen 14:00 kam der Hafen langsam in Sicht. Guido, der am Ruder stand, machte aber keine Anzeichen, den Hafen anzusteuern. Er hielt einfach den Kurs weiter und so segelten wir der Türkei Richtung Bodrum entgegen. Alle waren wir glücklich, noch einige Zeit die Segel knattern zu hören.
Doch es kommt unausweichlich näher. Das Törn-Ende. Noch kurz zum Tank auffüllen und dann zurück an den Hafenplatz. Souverän und ohne Hilfe der Hafenboys steuerte Mäge unsere uns mittlerweilen sehr ans Herz gewachsene, Atlas II an den Steg.
Und nun lieber Mäge, Dir einen ganz, ganz lieben Dank und ein  dreifaches BRAVO, BRAVO,BRAVO!!! Dank Dir haben wir eine unvergessliche und fast nicht zu topende Woche erleben können.
Die superschönen Liege-Plätze werden uns in Gedanken noch lange in den kalten Winter begleiten. Die Gespräche oder auch die Stille, sowie unser freundschaftliches Zusammensein wird unvergesslich bleiben. Wir möchten dir auch zu Deiner umsichtigen und verantwortungsvollen (haben ja alle Familien zuhause) Skipper-Leistung herzlich gratulieren. Nie hatten wir das Gefühl, etwas nicht im Griff zuhaben. - Danke Mäge!  
Knieli ist übrigens bereits am packen.
Dann geht's nach Kos zum Essen.

Für morgen um 8:45 ist das Taxi bestellt. Um 11:40 geht der Edelweiss-Flug EDW 567. Ankunft 13:50, Terminal 2.
Zürich, wir kommen.

P.S Der nächste Törn ist anfangs Oktober 2010 geplant. Bis dann!